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Alternative Heizmethoden sind immer gefragter. Ein Beispiel dafür ist die Kreisstadt Marktoberdorf im Allgäu. Wenn es nach diesem Sommer wieder kalt werden wird, soll Fernwärme öffentliche und private Gebäude beheizen. Dafür sorgt eine Genossenschaft: die Fernwärmegenossenschaft Marktoberdorf. Diese produziert die Wärme jedoch nicht selbst: Das erledigt eine weitere Genossenschaft, die Futtertrocknung Ruderatshofen. Sie verfügt über eine Trocknungsanlage, mit deren Restwärme sie auch den Traktorenhersteller Agco Fendt versorgt. Beide eGs sind Mitglied des Genossenschaftsverbands Bayern (GVB). "Die Trocknungsgenossenschaft hatte aber beim Neubau ihrer Anlage schon die Stadt als Abnehmer mit in Betracht gezogen", berichtet Carl Singer, Stadtrat und Mitinitiator der Marktoberdorfer Genossenschaft. "Das war ein ganz schönes unternehmerisches Risiko", sagt er rückblickend.
Idee für eine Genossenschaft Im Stadtrat gab es daher immer wieder Diskussionen, ob das Fernwärmeangebot genutzt werden soll und wer die Versorgung übernimmt. Die Stadtverwaltung sei wegen des zusätzlichen Verwaltungsaufwands zunächst nicht sehr begeistert von der Idee gewesen, erzählt Singer. So kam die Idee einer halb privatwirtschaftlichen Lösung ins Spiel. "Wir haben uns gedacht, wenn die Fernwärme von einer Genossenschaft kommt, könnte eine solche auch das Heizmittel vertreiben", sagt Singer. Der Einfall einer genossenschaftlichen Unternehmensstruktur kam ihm während eines Gesprächs mit Vorstandsmitglied Hermann Starnecker von der VR Bank Kaufbeuren-Ostallgäu. Der Kommunalpolitiker war von Anfang an überzeugt vom Konzept, die Energieversorgung Marktoberdorfs zu einem Teil selbst in die Hand zu nehmen. "Mich hat die Idee fasziniert, unabhängig von Großkonzernen zu sein und sich selbst mit Heizwärme versorgen zu können", sagt Singer. Man sei kaum von Preisschwankungen betroffen und könne mittels der Rechtsform auf die Geschäftsvorgänge Einfluss nehmen.
Ideale Mischung Das Stadtratsmitglied sieht in der Betreiberform der Genossenschaft die ideale Mischform zwischen kommunalem und privatem Unternehmen. Würde die Fernwärme von der Stadt Marktoberdorf bereitgestellt, wäre dieser Teil der Energieversorgung zwar in öffentlicher Hand, wie das viele Bürger wünschen. Doch gleichzeitig wäre damit auch unweigerlich immenser Verwaltungsaufwand verbunden, ist Singer überzeugt. Zudem würde ein solches Projekt die Kommune mehrere Millionen kosten, würde sie es selbst auf die Beine stellen. Eine GmbH wiederum habe zwar schnellere Entscheidungswege, arbeite dafür aber profitorientiert und weniger am Nutzen der Beteiligten orientiert, erklärt er. "Genau diesen Widerspruch lösen wir durch unsere Genossenschaft auf."
www.marktoberdorf.de
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